Donnerstag, 5. November 2009

Am Rande des Wahnsinns?

Neulich wurde mir in einem anderen Blog attestiert, dass meine Art SM auszuleben eine Flucht vor der Realität darstelle, die eine Stärke annimmt, die zum Wahnsinn tendiert. Mal davon abgesehen, dass die Zuschreibung von "Wahnsinn" immer auch eine Vorstellung davon voraussetzt, was denn "normal" ist: vermutlich gehört es zum Wesen des Wahnsinns, dass der Wahnsinnige selbst keine Kenntnis von seinem Wahn hat.

Meiner Überzeugung nach kommt man also mit Kategorien dieser Art kaum weiter, wenn es um die Beschreibung einer Beziehungssituation oder sexuellen Vorliebe geht. Ich vermute, dass die Beobachtung sehr individueller Attribute wie "Glück" viel hilfreicher ist. Der "Wahnsinnige" wäre dann der, der in einer Beziehung verweilt, auch wenn er damit über einen längeren Zeitraum unglücklich ist.

So versuche ich mir gelegentlich aufs Neue die Frage zu beantworten, ob ich glücklich bin. Eine nicht immer ganz leicht zu beantwortende Frage, da sie extrem davon abhängig zu sein scheint, in wie fern meine Gebieterin sich im erotischen Sinne für mich interessiert.

Was mir an dieser Diagnose missfällt ist, dass ich die Chance zu meinem Glück folglich nicht selbst in der Hand habe - zumindest dann nicht, wenn man die begrenzten Optionen, andere Menschen für sich zu begeistern nicht weiter verstärken kann ohne sich zu verreiben...

Ist das lediglich die Erkenntnis, dass es beim Streben nach Glück nur darum geht, die "richtige Einstellung" zum ohnehin außerhalb des eigenen Einflussbereichs stehenden Fatum zu finden? Oder ist es doch der eingangs angesprochene "Wahnsinn", in einer Situation des Unglücks zu verweilen, anstatt - wie es so schön heißt - "sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen"?

Dienstag, 7. Juli 2009

Evolution of Chastity Devices


Meinem bescheidenen Eindruck nach zu urteilen erweist sich der Markt an Gerätschaften, die dominanten Damen die Keuschhaltung "männlicher" Subs erlauben, als eindeutige Wachstumsbranche. Eine ganze Reihe unterschiedlicher Anbieter bieten diverse Utensilien sehr unterschiedlicher Qualität an, mit denen die männliche Lust mehr oder weniger gut zu reglementieren ist.

Inzwischen kann meine Gebieterin auf insgesamt drei Gerätschaften dieser Art zurückgreifen, um sich meiner sexuellen Enthaltsamkeit zu versichern. Allerdings bieten diese Teile ein recht unterschiedliches Maß an Berührungssicherheit, was in Folge dessen eine eindeutige Priorisierung erkennen lässt:
Der Einstieg in meine sexuelle Unfreiheit erfolgte vor allem unter dem Gesichtspunkt des preisbewußten Kaufs. Diese "Günstigschelle", die für ca. € 80,- bei diversen Sextoy-Shops zu bestellen ist, ist allerdings auch nicht wirklich weiterzuempfehlen (Bild ganz links). Immerhin aus Metall gefertigt erschien mir diese Gerätschaft immerhin spannender als diese allgegenwärtigen Plastikschellen á la CB-2000 / CB-3000 / The Curve etc.. Der Tragekomfort lässt allerdings arg zu wünschen übrig, es zwickt und zwackt und ist nicht individuell einstellbar.

Eine deutlich empfehlenswertere Schelle ist dagegen der Steelworxx Crossfire, der nach individuellen Maßangaben direkt vom Hersteller kommt (€ 139,- plus Versandkosten, im Bild in der Mitte). Nun lässt eine Schelle nun mal bauartbedingt die Bewegung der Körperteile insgesamt zu, die eigentlich völlig unberührbar sein sollten. Grund genug zumindest für meine Gebieterin, festzustellen dass das so nicht weitergeht.

Die einzige sinnvolle Lösung ist daher ein Keuschheitsgürtel, der der Bezeichnung "Gürtel" auch gerecht wird. Das dritte beschaffte Modell ist ein Chastity Steel CS-500/A, der mit € 449,- (plus Versandkosten, rechts im Bild) allerdings für "mal eben so ausprobieren" zu hochpreisig sein dürfte. In jedem Fall kann ich dieses Teil aber uneingeschränkt weiterempfehlen: Es wird nach individuellen Maßangaben gefertigt und trägt sich daher sehr gut, der Sklave ist 1a verschlossen und die Bewegungsmöglichkeiten des zu kontrollierenden Körperteils gehen gegen Null.

Was ist daraus zu lernen: Wer günstig kauft, kauft zweimal. Und wer nicht genau weiss was er will kauft dreimal. Ein Vorteil hat das Ganze jedoch: Die schon bestehende kleine Sammlung an Keuschheitsutensilien lädt zur weiteren Marktbeobachtung ein. Und wenn ich eines Tages einmal nicht mehr wissen sollte wohin mit meinem Geld, besteht ja immer noch die Möglichkeit einen weiteren Keuschheitsgürtel zu erwerben. Und wer weiss, vielleicht mache ich ja irgendwann in der Zukunft mal ein "Museum der männlichen Keuschheit" auf.

Samstag, 4. Juli 2009

Ein Heim für Tiere

Das Wohnideal der meisten Architekten ist wohl, bei allem Respekt, als strukturkonservativ zu bezeichnen. Offensichtlich erfolgt die planerische Orientierung im Wohnungsbau entlang stereotyp gedachter Personengruppen wie "Singles", "Paare" und "Familien", ohne dass unterschiedliche Wohnansprüche verschiedener Lebensstiltypen berücksichtigt würden. Auch den meisten in jüngster Zeit fertiggestellen Neubauwohnungen sieht man an, dass sie eindeutig für Familien geplant wurden. Heteronormativität olé!

Insbesondere fehlt es aber an geeigneten Grundrissen bzw. Wohnraumaufteilungen für Herrinnen und ihre Haussklaven, und aufgrund dieses Defizites bleibt wenig anderes übrig, als selbst (innen)architektonisch aktiv zu werden. Der erste Schritt dieser Entwicklung war der Auftragsbau einer geeigneten Sklavenzelle zur Haltung menschlicher Haustiere in Etagenwohnungen. Sicher ist mit diesem nachträglichen Einbau noch nicht der neue Architekturstil für das künftige Gynopolis erfunden, aber ich glaube mit Fug und Recht behaupten zu können, dass ein wichtiger Schritt hin zu einer angemessenen Wohnform getan ist: