Samstag, 19. Dezember 2009

Bezahlsklave

Wie sich am Montag schon abzeichnete, verwehrte mir meine Gebieterin auch in den Folgetagen einen Orgasmus, obgleich Sie gnädiger Weise darauf verzichtete, meinen Schwanz über die gesamte Zeit im Keuschheitsgürtel verschlossen zu halten. Um mich für die Gunst, Sie am Sonntagabend lecken zu dürfen, erkenntlich zeigen zu können, erhielt am Dienstag einige Links zu verschiedenen Onlineshops von Ihr. Damit einher ging die Anweisung, Ihr zwei Latexoberteile zu bestellen. Sie gab mir recht deutlich zu verstehen, dass ich nicht eher mit der Erlaubnis zu einem Orgasmus zu rechnen habe, bis diese Geschenke übergeben sind. Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage zögerte ich natürlich nicht lange, die entsprechenden Teile zu kaufen und Ihr sogleich die als Nachweis geforderte Bestellbestätigung zuzusenden. Nun hoffe ich natürlich, dass sich die Lieferanten nicht all zu viel Zeit mit der Bearbeitung lassen und die Post auch während der Vorweihnachtszeit die Lieferzeit nicht unnötig verzögert. Derzeit sieht alles so aus, als ob meine sexuelle Befriedigung vom Goodwill irgendwelcher Fetischklamottenverkäufer und Paketzustellern abhängig ist.

Auch wenn mir meine Gebieterin zu meiner Erleichterung mitteilte, dass Sie mich nicht zum reinen Bezahlsklaven machen wird, teilte Sie mir mit, dass es Sie anmacht, für die "sexuelle Verachtung" die Sie mir entgegenbringt, auch noch materielle Geschenke zu bekommen. Und obwohl ich reinen "Geldsklaven" eher skeptisch gegenüberstehe, muss ich mir eingestehen dass ich es faszinierend finde, dass Sie meine Unterwerfung in materieller Hinsicht ausnutzt und sich von mir dafür beschenken lässt, dass Sie mich sexuell kurz hält.

An den vergangenen Abenden bekam ich meine Herrscherin dann auch so gut wie nicht zu Gesicht. Bis spät in die Nacht war Sie chatender Weise mit Online-Flirts beschäftigt, und blieb auch zum Schlafen in Ihrem Zimmer. Während ich jetzt gerade diese Zeilen ins Blog tippe, höre ich wie Sie im Nebenzimmer stundenlang telefoniert und Ihrem Lachen und Ihrer flirtenden Stimmlage nach zu urteilen eine Menge Spaß zu dieser nächtlichen Stunde hat.

Ich hingegen bin inzwischen wieder unter Verschluss: Um Sie möglichst gütlich zu stimmen habe ich mir bereits vor einigen Stunden, nachdem ich von der Arbeit kam, selbst den Keuschheitsgürtel angelegt und Ihr am Abend dann die Schlüssel übergeben, die Sie kommentarlos an sich genommen hat. Aus dieser "Nicht-Reaktion" schließe ich, dass Sie es inzwischen für recht selbstverständlich hält, dass ich auch dieses gesamte Wochenende (wie schon die vergangenen) verschlossen verbringe. Und mir drängt sich der Eindruck auf, dass meine dauerhafte Keuschhaltung schleichend mehr und mehr zum Normalzustand wird. Für den Samstagabend hat meine Gebieterin bereits angekündigt, zu einem Rendezvous verabredet zu sein. Was mir bleibt, ist die Hoffnung Ihr bei Ihren Vorbereitungen für Ihr Date zu Diensten sein zu dürfen.

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